ABFALLRATGEBER BAYERN

Verpackungsloses Einkaufen liegt im Trend

Obst und Gemüse unverpackt in Kisten
Abb. Präsentation von Obst und Gemüse ohne Verkaufsverpackung (Quelle Utopia)

Der folgende Textbeitrag basiert auf dem Artikel „Verpackungsfreier Supermarkt: Einkaufen ohne Verpackung“ der Autorin Annika Flatley auf der Internet-Plattform „UTOPIA“, der unter folgendem Link einsehbar ist: https://utopia.de/ratgeber/verpackungsfreier-supermarkt/

Schlagzeilen wie „Rekordwert beim Verpackungsabfall“, „Verpackungsverbrauch auf dem Höchststand“, „Deutschland - Verpackungs-Abfalleuropameister“ weisen immer häufiger auf das gesteigerte Bewusstsein hin, dass der hohe Verpackungsanteil zunehmend als Umweltbelastung wahrgenommen wird. Gleichzeitig etablieren sich zunehmend Betriebe, die dem Verpackungsverbrauch entgegenwirken. So gehen einige Firmen mit verpackungslosem Einkaufen oder mit innovativen Mehrwegkonzepten voran, Abfallvermeidung und Ressourcenschonung in die Tat umzusetzen. Jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, Abfälle zu vermeiden.

Den Trend zur Vermeidung von Verpackungsabfällen greifen verschiedene Unternehmen seit einiger Zeit in konkreter Weise auf. Sie richten sich dabei an Konsumenten, die ihre Einkaufsprodukte ohne Verpackung erwerben wollen.

So füllen manche Bäckereien Kaffee in selbst mitgebrachte Becher ab. Auf dem Wochenmarkt können häufig Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung erworben werden. Beim Einkauf in landwirtschaftlichen Hofläden können die Produkte oft in mitgebrachte Behältnisse abgefüllt werden. Der verpackungslose Einkauf haltbarer Lebensmittel wie Schokolade, Nüsse und Hülsenfrüchte hat sich heute dagegen noch kaum etabliert.

Eine der ersten verpackungsfreien Ladenketten entstand in den vergangenen Jahren im deutschsprachigen Raum unter dem Namen „Original Unverpackt“. Weitere Anbieter sind in Bayern „rutaNatur“, „Unverpackt“, „Ohne Umweg“, „ZeroHero“, „Füllgut“ und „Nimm’s lose“.
„UTOPIA“, eine nachhaltige Online-Kaufberatung, bietet eine Liste sowie eine Landkarte an, in der die verpackungsfreien Läden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz dargestellt sind.

Konzept und Ausstattung der Läden

Ein verpackungsfreier Einkaufsmarkt kommt ohne Einwegverpackungen aus. Alle Waren werden „offen“ oder in wiederverwendbaren (Pfand-)behältern an die Kunden abgegeben. Der Kunde selbst bestimmt die benötigte Menge. Egal um welche Lebensmittel oder Produkte es sich handelt, in diesen Läden bekommt man fast alles als lose Ware.

In verpackungsfreien Supermärkten werden beispielsweise viele der Produkte in großen, an die Wand montierten Spendern, so genannten „Bulk Bins“, aufbewahrt, so dass der Kunde die Ware selbst abfüllen kann
Getreidespender
Abb. „Bulk Bins“ zum Selbstabfüllen der Verkaufsprodukte (Quelle Utopia)

Gewürze und Kräuter werden in großen, verschließbaren Glasbehältern bevorratet. Flüssige Produkte wie beispielsweise Essig und Öl werden aus großen Kanistern oder Flaschen in kleinere Flaschen abgefüllt. Eier werden in mitgebrachte Kartons und Käse in Papier, Vorratsdosen oder Wachstücher eingepackt.

Vor dem Abfüllen oder Einpacken werden die mitgebrachten Behältnisse gewogen. Das Eigengewicht der Behältnisse wird vom Verkaufsgewicht abgezogen, sodass der Kunde nur das bezahlt, was er an Produktmenge mitnimmt. Hat der Kunde keinen eigenen Behälter dabei, so kann er im Laden welche erwerben oder ausleihen.

Das Konzept der plastikfreien Läden spart potenziell große Mengen an Plastikverpackungen, die unter hohem Energieaufwand produziert werden und oftmals direkt nach Gebrauch entsorgt werden. Da die Kunden nur die tatsächlich benötigten Mengen kaufen, können auch Lebensmittelabfälle vermieden werden.

Viele der verpackungsfreien Läden verkaufen zudem ausschließlich Bio-Waren und legen besonderen Wert auf regionale Erzeugung.

Hof und Bauernläden in Bayern

Das Angebot der verpackungsfreien Läden beschränkt sich zumeist auf die städtischen Gebiete, doch auch im ländlichen Bereich können direkt beim Erzeuger in Hof- und Bauernläden regionale Erzeugnisse häufig auch unverpackt erworben werden.

In der „HOFLADEN-BAUERNLADEN.INFO“ können für Bayern die regionalen Hof- und Bauernläden sowie Wochenmärkte direkt aus einer Karte entnommen werden.

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