ABFALLRATGEBER BAYERN

CD, DVD & Blu-ray Disc

Compact Discs

Zentrale Aussage

Die hier angesprochenen Datenträger bestehen aus Polycarbonat, einem hochwertigen, rezyklierbaren Grundstoff. Sie sollten daher insbesondere von Bürgerseite keinesfalls über den Restmüll, sondern gesammelt und über karitativ-gemeinnützige, kommunale oder gewerbliche Sammelsysteme entsorgt werden. Auch die Gelbe Tonne ist hierfür der falsche Weg. Dieses Sammelsystem ist nicht für Datenträger ausgelegt. Sie würden dort verloren gehen und müssten als Störstoff beseitigt werden.

Das infoBlatt informiert über Einsatz, Eigenschaften und die richtige Entsorgung dieser Datenträger.

Andere Begriffe / Synonyme

Optische Datenträger, CD-ROM, SACD (Super Audio CD) etc.

Herkunft

Der ursprünglich als Musikträger entwickelten CD (Compact Disc) folgten die CD-ROM (Compact Disc Read-Only Memory) mit höherer Speicherdatendichte bevorzugt für Textdaten, die CD-R und die CD-RW. Mit der Weiterentwicklung der CD zur DVD (Digital Video Disc, auch als Digital Versatile Disc bezeichnet; Varianten: -ROM, ±R, ±RW) bietet sich die Möglichkeit, ganze Kinofilme digital abzuspeichern. Die Blu-Ray Disc (Varianten BD-ROM, BD-R, BD-RE) bietet derzeit Speicherplatz für mehrstündige Filme in HD- und 3D-Technik.

Bei der Fortentwicklung der CD zur DVD konnte das Speichervolumen bei Beibehaltung des Polycarbonat-Trägers um den Faktor 25 gesteigert werden. Die Fortentwicklung zur Blu-Ray Disc brachte bis 2013 noch einmal einen Sprung um den Faktor 15 im Vergleich zur DVD.

Eigenschaften

CDs, CD-ROMs, DVDs und Blu-Ray Discs bestehen überwiegend aus dem technischen Kunststoff Polycarbonat (PC). Im Herstellungsprozess werden dem Kunststoffträger nacheinander eine Reflektionsschicht aus Aluminium, gegebenenfalls auch mehrere für die zu speichernden Daten, Kleber sowie eine Schutzschicht aus Lack und Farben zur Beschriftung aufgetragen. Sie werden im fertigen Zustand wegen der Datenübertragung mittels Laser im Bereich des sichtbaren Lichts als optische Datenträger bezeichnet.

Für den Verkauf und zur Aufbewahrung werden die Datenträger verpackt, so dass das Gesamtprodukt über weitere rezyklierbare Komponenten wie Polystyrol, Kunststofffolie, Karton und Papier verfügt.

Statistische Daten

Das Umweltbundesamt veröffentlichte 2006 im Internet, dass 2005 weltweit ca. 40 Mrd. CDs auf den Markt gekommen sein dürften. Jährliche Zuwachsraten von 15 % wurden erwartet. Der Trend hat sich jedoch umgekehrt: Infolge der deutlich gestiegenen Nutzung des Internets, vor allem des "Cloud-Computing", und damit verbundener direkter "Downloads" von Daten sind nach Angaben von Herstellern und Recycling-Betrieben derzeit pro Jahr circa 10 % Rückgang zu verzeichnen.

Die weltweite jährliche Recyclingquote aller optischen Datenträger wurde 2005 auf 8 bis 12 % geschätzt. Von einer weiter steigenden Nachfrage nach Polycarbonat gehen die Marktberichte des Forums für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft (2007) aus. Konkrete Abfallmengen aus Bayern oder anderen Bundesländern liegen nicht vor.

Vermeidung

Durch pflegliche Behandlung und einen korrekten technischen, die zur Verfügung stehende Speichermenge möglichst ausschöpfenden Einsatz der CDs, CD-ROMs, DVDs und Blu-Ray Discs lassen sie sich länger nutzen. Hierzu äußert sich das Umweltbundesamt (UBA 2013) . Gebrauchte Musik-CDs lassen sich verschenken, verkaufen oder erwerben. Beachtet werden sollten dann entsprechende Urheberrechte . Ausgemusterte CDs lassen sich übrigens – weg vom technischen Einsatz – wegen der sich in ihnen spiegelnden Sonne und der UV-Beständigkeit des Materials als Vogelscheuchen in obsttragenden Bäumen und Sträuchern verwenden.

Verwertung

Wegen der Hochwertigkeit des Kunststoffs Polycarbonat, der beste Voraussetzungen für eine werkstoffliche Verwertung erfüllt, sollten ausgemusterte optische Datenträger als Wertstoff getrennt vom Restmüll gehalten und flächendeckend gesammelt werden. Das scheint in Bayern 2013 aber nur bei 41 (2012: noch 44) von 86 Gebietskörperschaften der Fall zu sein . Bei der Verwertung werden die Oberflächenbeschichtungen einschließlich der Beschriftung der Datenträger mechanisch oder chemisch entfernt, der verbleibende Träger gemahlen. Das so gewonnene Polycarbonat wird beispielsweise mit Zusatzstoffen (Compounding) versetzt als PC/ABS Blend (Acrynitril-Butadien-Styrol) in der Auto-, IT- und Medizintechnik oder zur Herstellung von Haushaltsartikeln verwendet.

Bei mechanischer Trennung gewonnenes Polycarbonat ist nach Erkenntnissen des LfU so hochwertig, dass es direkt wieder in der Produktion optischer Datenträger eingesetzt werden kann. Dies ist sogar mehrfach möglich. Hier bietet der Preis des Polycarbonats einen erheblichen Anreiz. So führen in Bayern neben weiteren Verwerterfirmen (s. Liste unter "Entsorgung größerer bzw. gewerblicher Mengen") die Ruperti Werkstätten der Caritas in Altötting eine derartige Verwertung mit CDs durch.

Die bei der Bearbeitung anfallenden, getrockneten Metall-, Lack- und Farbreste werden entweder verbrannt oder als Zusätze, so beispielsweise als Füllstoffe oder in der Farbenherstellung, genutzt.

Entsorgung haushaltsüblicher Mengen

Wegen des wertvollen Polycarbonats sollten die optischen Datenträger nicht zusammen mit dem Restabfall beseitigt werden. Ausgediente Datenträger privater Haushalte können über kommunale Wertstoffhöfe oder sonstige Sammelstellen der Städte und Gemeinden Bayerns entsorgt werden. Die Sammelsysteme reichen von bereitgestellten Kartonagen bis hin zu Spindeln oder der roten Tonne für Datenträgerabfall . Auskunft über die Sammlungen geben die kommunalen Abfallberater (StMUV: Abfallwirtschaft in Ihrer Region).

Hinweise:

  • Datenträger werden bei den Sammelstellen in der Regel nur getrennt von den Hüllen entgegengenommen.
  • Datenträger mit vertraulichen Daten sollten durch tiefes Ritzen der bedruckten Oberseite (darunter befindet sich die Daten-tragende Schicht) von innen zum Rand hin unlesbar gemacht werden.
  • Die Verpackungsfolien lassen sich über die Gelbe Tonne, der Verpackungskarton und beiliegendes Papier über die Papiertonne entsorgen. Die Hüllen aus Polystyrol nimmt eventuell der Wertstoffhof an. Kunststoffverwerter?

Entsorgung größerer bzw. gewerblicher Mengen

Im Internet bieten zahlreiche Verwerter die Akten- oder Datenvernichtung an. Es ist ratsam, sich bei ihnen Informationen über die Übernahmekonditionen, die zuverlässige Vernichtung und gegebenenfalls den weiteren Verwertungsweg einzuholen. Einige Verwerter holen kostenlos ab, bei anderen lassen sich sogar Abgabeerlöse erzielen. Betriebe zur Sammlung und Beförderung von Kunststoffen auch regional finden sich in der Verwerterdatenbank Bayern. Weitere Rückgabemöglichkeiten für optische Datenträger über Bayern hinaus nennt das UBA (2013).

Eine Diskussionsplattform für die entsorgungspflichtigen Kreise und kreisfreien Städte in Bayern zu den Entgeltpreisen bietet das ForumZ unter: www.forumz.de.

Rechtliche Kurzinformation

Wegen der Beschaffenheit, der Annahme- und Sammelkriterien können die optischen Datenträger als nicht gefährlicher Abfall zur Verwertung im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) ohne Sammelentsorgungsnachweis oder Entsorgungsnachweis erfasst und verwertet werden. Für Abfallentsorger besteht Registerpflicht, nicht aber für Abfallerzeuger und Abfall- beförderer.

Einzustufen ist nach den Bestimmungen der Abfallverzeichnisverordnung (AVV). Die AVV wird in Kürze durch die erste Verordnung zur Änderung der Abfallverzeichnis-Verordnung novelliert. Die Verkündung im Bundesgesetzblatt bleibt abzuwarten.

In Frage kommende AVV-Abfallschlüssel

20 01 39 - Kunststoffabfälle

Vorschriften und Regeln

Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG) vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212), das durch Artikel 4 des Gesetzes vom 20. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1739) geändert worden ist

Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV) vom10. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3379), die zuletzt durch Artikel 5 Absatz 22 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212) geändert worden ist (s. hierzu die "Rechtliche Kurzinformation")

Die hier oder im Text aufgeführten Rechtsvorschriften finden sich im Infozentrum UmweltWirtschaft unter Recht/Vollzug oder gegebenenfalls auch mit Erläuterung im Abfallratgeber Bayern (z. B. zum KrWG).

Weiterführende Literatur, Veröffentlichungen, Informationen

UBA Umweltbundesamt (2013): CDs und DVDs. − Online-Information, Dessau-Roßlau. Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft (2007): Fahrzeugwerkstoff Polycarbonat. − innovations-report: Online-Information, Schmitten.

infoBlatt "CD, DVD & Blu-ray Disc"

Die Publikationsreihe "infoBlatt" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt wertvolle Tipps rund um die Behandlung einzelner Abfallarten.

Die vorliegende Internetseite stellt einen Auszug aus dem infoBlatt "CD, DVD & Blu-ray Disc" dar, das Sie hier als kostenloses PDF-Dokument heruntergeladen können. Die PDF-Fassung enthält auch sämtliche Quellenangaben.

infoBlatt "CD, DVD & Blu-ray Disc" - PDF

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