ABFALLRATGEBER BAYERN

Ionisationsrauchmelder

Beispiele von Ionisationsrauchmelder

Zentrale Aussage

Ionisationsrauchmelder (I-Melder) enthalten eine geringe Menge eines radioaktiven Stoffes. Es besteht keine Gefahr durch Bestrahlung von außen. Der Stoff darf aber nicht durch Nahrungsaufnahme oder eine offene Wunde in den Körper gelangen. Das Kunststoffgehäuse von I-Meldern muss daher geschlossen bleiben. Die I-Melder sind nach Strahlenschutzverordnung zu entsorgen..

I-Melder werden nur noch in geringen Stückzahlen neu eingebaut. Der Ausbau darf nur durch Be-triebe erfolgen, die hierzu eine Genehmigung haben. Dieser kann nach Wechsel des Rauchmel-dersystems, beim Rückbau von Gebäuden oder auch nach einem möglichen Brandfall notwendig werden.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) ist die in Bayern zuständige atomrechtliche Aufsichts-behörde. Bei beschädigten I-Meldern oder deren nicht auszuschließenden Fund im Elektronik-schrott ist das LfU unverzüglich zu informieren..

Andere Begriffe / Synonyme

Brandmelder, Rauchmelder

Herkunft

Sie werden in der Regel bei Demontagen oder Umrüstungen von Brandmeldeanlagen in Gebäuden ausgebaut.

Eigenschaften

I-Melder enthalten eine geringe Menge eines radioaktiven Stoffes, in der Regel Americium (Am) 241. Ältere I-Melder können auch mit Radium (Ra) 226 bestückt sein. Die Aktivitäten liegen zwi-schen einigen wenigen kBq und 2,66 MBq. Neuere I-Melder weisen eine Aktivität von weniger als 30 kBq auf. Die Abmessungen des radioaktiven Stoffes betragen weniger als 10 mm. Er ist in einer Edelmetallfolie eingebettet und durch Einbau in ein Kunststoffgehäuse vor unbefugtem Zugriff gesichert.

Es besteht normalerweise keine Gefahr durch Bestrahlung mit diesen α-Strahlern, da die Reich-weite der α-Teilchen in Luft bei wenigenZentimetern liegt und im Körpergewebe bei Bruchteilen eines Millimeters. Somit können die äußeren Schichten der Haut nicht durchdrungen werden. Eine Gefährdung der Gesundheit ist jedoch möglich, wenn radioaktive Stoffe etwa durch Nahrungsaufnahme oder durch eine offene Wunde in den Körper gelangen.

Statistische Daten

I-Melder werden nur noch in geringen Stückzahlen neu eingebaut. In der Regel werden aber vorhandene eingebaute I-Melder durch neue nicht radioaktive Melder ersetzt. Es sind keine statistischen Daten bekannt.

Verwertung

Sollten I-Melder unter den Elektronikschrott gemischt bei Firmen auftauchen, die Elektro- und Elek-tronikgeräte zerlegen, ist unverzüglich das LfU zu benachrichtigen (Ansprechpartner auf Seite 3). Bis zur Klärung des weiteren Entsorgungsweges sind die I-Melder verschlossen an einem sicheren Ort aufzubewahren (siehe hierzu LfU 2002, S. 13-16).

Entsorgung haushaltsüblicher Mengen

Der Ausbau von I-Meldern darf nur durch Betriebe erfolgen, die hierzu eine Genehmigung haben. Diese Betriebe leiten die zu entsorgenden Geräte entweder an den Hersteller oder an die Landes-sammelstelle Bayern für radioaktive Abfälle (GRB) in Mitterteich oder deren Annahmestelle Süd beim Helmholtzzentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg (Adressen siehe unter "Kontakte") weiter.

Der größte Teil der im Verkehr befindlichen I-Melder ist bauartzugelassen. In diesem Fall ist der einzelne Melder auf der äußeren Oberfläche mit dem Bauartzulassungskennzeichen, z. B. By 25/ 81, dem Strahlenzeichen (schwarzes Flügelrad auf gelbem Grund) und dem Wort "Radioaktiv" gekennzeichnet. Im eingebauten Zustand ist diese Kennzeichnung nicht sichtbar, so dass sich I-Melder kaum von Brandmeldern unterscheiden lassen, die in Folge optischer oder thermischer Einwirkungen Signale auslösen.

Das Kunststoffgehäuse von I-Meldern darf nicht geöffnet werden. Das wäre auch nur mit Spezial-schlüsseln zerstörungsfrei möglich. In Zweifelsfällen oder bei Beschädigungen ist der Rat von Fach-kräften einzuholen. Fachkräfte sind in erster Linie die atomrechtliche Aufsichtsbehörde (in Bayern das LfU, in den übrigen Bundesländern in der Regel die Gewerbeaufsichtsämter) und in zweiter Linie die Hersteller oder die Errichter von Brandmeldeanlagen mit Umgangsgenehmigungen nach der Strahlenschutzverordnung.

Entsorgung größerer bzw. gewerblicher Mengen

entsprechend der Entsorgung kleiner bzw. haushaltsüblicher Mengen

Rechtliche Kurzinformation

Sofern die I-Melder bauartzugelassen sind und die Bauartzulassung vor dem 01.08.2001 erfolgt ist, gelten gemäß § 117 Abs. 7 StrlSchV für die Verwendung und Lagerung derartiger Melder die Regelungen des § 4 Abs. 1 und 5 in Verbindung mit Anlage II Nr. 2 oder 3 und § 78 Abs. 1 Nr. 1 StrlSchV vom 30.06.1989 (BGBl I S. 1321) fort. Nach dem 01.08.2001 bauartzugelassene I-Mel-der können genehmigungs- und anzeigefrei nach StrlSchV verwendet und gelagert werden, sofern bei der Lagerung die Gesamtaktivität der radioaktiven Stoffe das Tausendfache der Freigrenzen der Anlage III Tab. 1 Spalte 2 StrlSchV nicht überschreitet. Ausgenommen von dieser Regelung sind der Ein- und Ausbau sowie die Wartung, so dass nach dem 01.08.2001 bauartzugelassene I-Melder weiterhin nur durch Betriebe ein- und ausgebaut oder gewartet werden dürfen, die hierzu eine Genehmigung haben.

Der Transport von I-Meldern ist nach § 17 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 2 StrlSchV genehmigungsfrei, sofern die Beförderung unter den Voraussetzungen für freigestellte Versandstücke nach den Vor-schriften für die Beförderung gefährlicher Güter erfolgt. Einschlägige Verordnung ist die Gefahr-gutverordnung Straße und Eisenbahn (GGVSE) mit den Anlagen A und B zum ADR.

ADR: Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße

In Frage kommende AVV-Abfallschlüssel

Für Ionisationsrauchmelder (I-Melder) gibt es keine Abfallschlüssel, da sie wegen der eingebauten radioaktiven Elemente nicht unter das Kreislaufwirtschaftsgesetz fallen.

Vorschriften und Regeln

Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverord- nung – StrlSchV ) vom 20. Juli 2001 (BGBl. I S. 1714 und S. 1459), die zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 22. Januar 2017 (BGBl. I S. 114) geändert worden ist

Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. März 2015 (BGBl. I S. 366), die durch Artikel 1 der Verordnung vom 17. März 2017 (BGBl. I S. 568) geändert worden ist

Die hier oder im Text aufgeführten Rechtsvorschriften finden sich im Infozentrum UmweltWirt-schaft unter Strahlung und Recht/Vollzug.

Weiterführende Literatur, Veröffentlichungen, Informationen

LfU Bayerisches Landesamt für Umwelt (2002): Umweltrelevante Inhaltsstoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. − Bericht, 57 S., Augsburg.

Kiefer, H. (1992): Strahlen und Strahlenschutz: vom verantwortungsbewussten Umgang mit dem Unsichtbaren, 177 S., Berlin, Heidelberg (Springer).

Kontakte

  • Landessammelstelle Bayern für radioaktive Abfälle (GRB)
    Birkigt 5, D-95666 Mitterteich
    Tel.: 09633 9200-0, E-Mail: grb-mitterteich@grb-mbh.de
    Internet: www.grb-mbh.de
  • Annahmestelle Süd beim Helmholtzzentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GmbH)
    Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg
    Tel.: 089 3187-2403 oder -2783, E-Mail: grb-ass@gsf.de

infoBlatt "Ionisationsrauchmelder"

Die Publikationsreihe "infoBlatt" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt wertvolle Tipps rund um die Behandlung einzelner Abfallarten.

Die vorliegende Internetseite stellt einen Auszug aus dem infoBlatt "Ionisationsrauchmelder" dar, das Sie hier als kostenloses PDF-Dokument heruntergeladen können. Die PDF-Fassung enthält auch sämtliche Quellenangaben.

infoBlatt "Ionisationsrauchmelder" - PDF

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