ABFALLRATGEBER BAYERN

Vermüllung der Landschaft/Littering

Littering (englisch litter = Abfall, Unordnung, Wurf) bezeichnet generell das achtlose Wegwerfen von Abfällen entlang der Straßen und Wege, in Flur, Stadt und Wald sowie in Gewässern. Im weitesten Sinn zählen auch Vandalismus, Hundekot und Farbschmierereien dazu.
Verursacher ist immer der Mensch - von Tieren einmal abgesehen, die Abfälle auseinander nehmen. Corpus delicti sind zumeist Verpackungen aus Fast-Food-Betrieben oder Coffee-to-go-Shops, Großveranstaltungen etc. Manch ein Raucher am Steuer seines Fahrzeugs bevorzugt die Entsorgung der Kippen über das offene Autofenster, Papiertücher fallen auch gern mal ganz von alleine aus den Taschen. Kaugummis aber, so klein sie auch sind, bereiten Reinigungskräften die größten Schwierigkeiten. Und die Graffitis…

Die Kosten für die Beseitigung tragen die Kommunen und werden somit von uns allen bezahlt. Jeder Einzelne kann durch die richtige Entsorgung von Abfällen seinen Beitrag gegen das Littering leisten.

Identsysteme und illegale Müllablagerungen

Grundlagen

Identsysteme sind elektronische Erkennungssysteme (Chips, Transponder) oder Strichcodes, die an Müllgefäße angebracht sind und so die Zuordnung des Gefäßes zu einer Adresse ermöglichen. Zum Teil dienen die Identsysteme auch zur Gebührenbemessung. Mit der Einführung von Identsystemen soll eine geordnete Restmüllabfuhr entsprechend den gezahlten Abfallgebühren ermöglicht werden.

Studie zu illegalen Müllablagerungen

Aktuelles Thema bei der Einführung von Identsystemen zur leichteren Zuordnung von Abfallgefäßen zum Besitzer ist die Frage nach der Erhöhung illegaler Müllablagerungen. Hierzu hat das Landratsamt Kitzingen mit finanzieller Unterstützung des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz von der Firma Fabion GbR eine Studie durchführen lassen. Die Studie "Untersuchung zur Entwicklung illegaler Müllablagerungen bei Einführung eines Identsystems" war in zwei Teilprojekte gegliedert:

  • Teil I – Analyse vor Einführung eines Identsystems
  • Teil II – Analyse nach Einführung eines Identsystems

Ziel der Studie war die realistische Erfassung wilder Müllablagerungen im Zusammenhang mit der Einführung eines Identsystems.

Untersuchungen im Landkreis Kitzingen

Es wurde eine repräsentative Untersuchung illegaler Müllablagerungen für das Einzugsgebiet des Landratsamtes Kitzingen durchgeführt und hierzu wild abgelagerte Abfälle auf öffentlichem Grund erfasst, kategorisiert und abgegrenzt zwischen

  • zielgerichteten Ablagerungen von Abfällen und
  • achtlos weggeworfenen Abfällen ("Littering").

Motive für bewusstes Ablagern von Abfällen könnten Kosteneinsparungsgesichtspunkte oder Bequemlichkeit sein, während das achtlose Wegwerfen von Abfällen nicht unter Kostengesichtspunkte fällt.

Es wurden zu betrachtende potenzielle Anfallstellen für illegale Müllablagerungen ausgewählt unter den Aspekten:

  • dezentrale Sammelstandorte für Abfallerfassung,
  • häufige Frequentierung von Gebieten sowie
  • abgelegene Gebiete.

Konkret wurden hier dafür bestimmt:

  • Depotcontainerstandorte für Glas und Dosen,
  • öffentliche Plätze und Papierkörbe,
  • unbewachte Häckselplätze,
  • Wald und Flur sowie
  • Kreis- und Bundestraßen im Landkreis.

Die eingesammelten wild abgelagerten Abfälle wurden nach Fraktionen sortiert und die Masse bestimmt. Zusätzlich wurden Fremdstoffe in Depotcontainern nach Anzahl und Oberflächenanteil im Container erfasst. Ergänzend zu dieser empirischen Datenerhebung wurden auch vorliegende Sekundärdaten der vier Untersuchungsgemeinden, des Kreisbauhofs und der Staatlichen Straßenmeisterei Kitzingen ausgewertet.

Ergebnis

Ergebnis der Untersuchung war, dass es in gewissen Bereichen zu einer leichten Zunahme der illegal entsorgten Abfälle gekommen ist (Depotcontainer, öffentliche Papierkörbe), man aber grundsätzlich von keiner signifikanten Verschlechterung der Situation sprechen kann.

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