ABFALLRATGEBER BAYERN

Batterien und Akkumulatoren

Zentrale Aussage

Batterien und Akkumulatoren (Akkus) gehören weder in den Restmüll, noch dürfen sie in die Um­welt gelangen. Sie müssen über Sammelstellen beim Handel oder den Kommunen erfasst und dem Recycling zugeführt werden. Dadurch können Schadstoffe aus dem Stoffkreislauf entnommen und Wertstoffe zurückgewonnen werden.
Energie aus nicht aufladbaren Batterien kann 300-mal teurer sein als Energie aus der Steckdose, aufladbare Akkus schneiden etwas besser ab. Ist kein Netzanschluss möglich, sollten bevorzugt Akkus verwendet werden.
Der verstärkte Einsatz von Lithium-Batterien stellt bei Erfassung, Recycling und Transport neue Anforderungen an Besitzer und Entsorger. Dies gilt insbesondere bei beschädigten Lithium-Batterien.

Andere Begriffe / Synonyme

Auto-Bleibatterien, Fahrzeugbatterien, Gerätebatterien, Industriebatterien, Kfz-Batterien, Knopfzellen, Powerbanks, Starterbatterien, Stromspeicher, Stützbatterien, Traktionsbatterien
„Batterie“ ist gemäß Batteriegesetz (BattG) der Oberbegriff für nicht wieder aufladbare Primärzellen (Sprachgebrauch „Batterien“) und wiederaufladbaren Sekundärzellen (Akkumulatoren).

Herkunft

Privathaushalte, öffentliche Einrichtungen, Handel, Gewerbe und Industrie

Eigenschaften

Batterien sind Quellen elektrischer Energie, die durch unmittelbare Umwandlung chemischer Ener­gie gewonnen wird. Sie bestehen aus Metallen (Zink, Mangan, Eisen oder Nickel) und Metall­verbindungen. Sie enthalten wässrige oder wasserfreie organische Elektrolyte in Gehäusen aus Metall oder Kunststoff. Im Einsatz sind Systeme auf Basis von Blei, Silber, Zink, Mangan, Nickel oder Lithium. Neue Batterien enthalten so gut wie kein Quecksilber mehr, Gerätebatterien bis auf geregelte Ausnahmen auch kein Cadmium mehr. Die Erfassung und die Verwertung von Altbatterien sichern wertvolle Rohstoffe.
Alle Batterien müssen mit dem Symbol der "durchgestrichenen Mülltonne" versehen sein, soweit dies auf der Batterie technisch möglich ist. Für Batterien mit Quecksilber, Cadmium und Blei gilt eine Kennzeichnungspflicht, sobald deren Gehalt über der Kennzeichnungsgrenze nach BattG liegt. Die Bezeichnungen auf den Batterien lauten "Hg", "Cd" oder "Pb". Der Verbraucher wird so auf den Schadstoffgehalt und über das Zeichen der "durchgestrichenen Abfalltonne" auf die getrennte Erfassungspflicht aufmerksam gemacht.
Bei Lithium-Batterien (Lithium-Metall-Batterien und Lithium-Ionen-Akkumulatoren) können mecha­nische Beschädigungen oder Kurzschlüsse dazu führen, dass in der Zelle elektrochemische Reak­tionen stattfinden. Diese können zu einer starken Erwärmung ("thermal runaway") und sogar bis zum Brand eines Li-Akkus führen. Im Ratgeber "Batterien und Akkus" (UBA 2012) wird unter ande-rem über die Kennzeichnung, den Umgang mit ausgelaufenen Batterien und mögliche Gefahren bei Lithium (Li)-haltigen Systemen informiert. Lithium-Batterien sind als Gefahrgut der Klasse 9 eingestuft.
Gerätebatterien sind die üblicherweise im privaten Haushalt verwendeten Batterien oder Akkus, die in der Hand gehalten werden können. Sie dienen z. B. in Mobiltelefonen, tragbaren Computern, schnurlosen Elektrowerkzeugen, Spielzeugen und Haushaltsgeräten (siehe auch GRS 2012). Sie werden beispielsweise eingesetzt in Büros, Schulen, Geschäften, Restaurants, Flughäfen, Kran­kenhäusern und landwirtschaftlichen Betrieben sowie Verwaltungen oder etwa Messgeräten in Gewer­be- und Industrieanwendungen. Gerätebatterien ermöglichen den netzunabhängigen Betrieb von Elektro- und Elektronikgeräten. Sie liegen in unterschiedlichen Zusammensetzungen, Formen und Größen vor. Zunehmend werden externe Zusatzakkus (Powerbanks) verwendet. Powerbanks (mit Ladestandsanzeigen oder Ladeschnittstellen) sind den Gerätebatterien zuzu­ordnen, sofern sie keine weiteren Zusatzfunktionen wie Leuchten, Wecker oder Datenspeicher haben, ansonsten sind sie als Elektro- und Elektronikgeräte einzustufen (ear 2017).
Knopfzellen sind kleine, runde Gerätebatterien, deren Durchmesser größer als ihre Höhe ist.
Fahrzeugbatterien sind die in Fahrzeugen verwendeten Blei-Akkus, die für Anlasser, Beleuchtung und Zündung gebraucht werden. (Li-)Akkus, die in Elektro- oder Hybridfahrzeugen zum Vortrieb eingesetzten werden, zählen zu den Industriebatterien.
Industriebatterien sind Akkus für ausschließlich industrielle, gewerbliche oder landwirtschaftliche Zwecke. Die in Elektro- oder Hybridfahrzeugen zum Vortrieb eingesetzten Batterien oder Akkus werden trotz der Verwendung in Fahrzeugen zu den Industriebatterien gerechnet.

Statistische Daten

In Deutschland wurden 2015 rund 19.700 Tonnen Gerätebatterien gesammelt, was einer Sammel­quote von rund 45 Prozent entspricht. Ausführliche Angaben zu Batterien finden sich unter BMUB (2016) und UBA (2017).

Vermeidung

Da für die Herstellung von Batterien 40 bis 500-mal mehr Energie eingesetzt wird, als sie während ihrer gesamten Lebensdauer wieder abgeben können, fällt ihre Energiebilanz schlecht aus, (UBA 2012). Außerdem kann Strom aus Batterien bis zu 300-mal teurer sein als Strom aus dem Netz5. Da aufladbare Akkus in beiderlei Hinsicht etwas besser abschneiden, empfiehlt es sich, Geräte zwar bevorzugt an das Netz anzuschließen, ansonsten aber mit Akkumulatoren zu betreiben.
Eine höhere Kapazität  verspricht eine längere Gebrauchsdauer. Sofern wählbar, sollte deshalb ein Akku mit höherer Kapazität gekauft werden. Etwaige Restenergie in Einmal-Batterien kann noch genutzt werden, wenn man sie in ein anderes Gerät einsetzt, das mit einer geringeren Rest­kapazität weiter funktioniert, wie z. B. die Fernbedienung oder die Küchenuhr. Mit Batterietestern oder Messgeräten lässt sich der Ladezustand ermitteln.
Durch den Einsatz mechanisch betriebener Uhren oder Leuchten oder Solar versorgter Elektro­kleingeräte kann auch auf Akkus verzichtet oder deren Einsatz verringert werden (siehe Vergabe­kriterien unter Blauer Engel).

Verwertung

Altbatterien müssen gemäß Batteriegesetz (BattG) und Durchführungsverordnung (BattGDV) be­handelt und stofflich verwertet werden. Vor der Verwertung werden die Altbatterien mittels ver­schiedener Verfahren (elektromagnetisch, Röntgensensor, UV-Sensor) nach ihren elektrochemi­schen Systemen sortiert. Für das Recycling der Metalle werden je nach Batterietyp verschiedene Verfahren, gegebenenfalls mit einer vorgeschalteten mechanischen Zerkleinerung, eingesetzt (Hochofen, Drehrohrofen, Elektrostahlofen, (Vakuum-)Destillation). Die BattGDV gibt die mindes­tens zu erreichenden Verwertungseffizienzen für verschiedene Batteriesysteme vor (erreichte Effizienzen, siehe UBA 2017, BMUB 2016).

Entsorgung haushaltsüblicher Mengen

Batterien und Akkus dürfen nicht über die Restmülltonne entsorgt werden. Sie sollten auch nicht lange im Haushalt gelagert, sondern zeitnah bei den nachfolgend genannten Stellen abgeben werden. Batterieverpackungen, die leere Batterien sofort wieder einziehen, wenn volle entnommen werden, könnten dazu beitragen, die Sammelmengen zu erhöhen,
Batterien sollten bei der Entsorgung entladen sein. Bei allen Lithiumbatterien sollten die Batterie­pole vor der Abgabe mit Klebestreifen isoliert werden, um einem Kurzschluss und damit einer Brandgefahr vorzubeugen. Bei defekten oder beschädigten Lithiumbatterien und -akkus gelten be­sondere Anforderungen bei Erfassung und Transport. Deshalb sollten vor allem größere (> 500 Gramm schwere) defekte oder beschädigte Lithiumbatterien zum Wertstoffhof oder Batteriehandel gebracht und dort dem Personal vorgelegt werden (wegen Abstimmung mit dem beauftragten Rücknahmesystem).
Sollen batteriebetriebene Elektro- und Elektronik-Altgeräte entsorgt werden, sind die Batterien spä­testens bei der Abgabe aus den Altgeräten herauszunehmen, wenn dies durch einfache händische, werkzeugfreie Entnahme möglich ist. Aus zu entsorgenden Altfahrzeugen müssen vor der Stilllegung dagegen keine der eingebauten Batterien entfernt werden. Elektrische Zweiradfahrzeuge (z. B. Pedelecs), für die eine Typgenehmigung nicht erforderlich ist, fallen in den Anwendungsbereich des ElektroG (ear 2017). Diese Pedelecs, inklusive Akkus, können daher im Entledigungsfall an den kommunalen Sammelstellen oder im Allgemeinen auch beim Fahrradhändler abgegeben werden.
Geräte-Altbatterien
Vertreiber (Handel, Verkaufsstellen), die Geräte-Batterien im Sortiment führen, sind verpflichtet, solche an oder in unmittelbarer Nähe der Handelsgeschäfte zurückzunehmen. In vielen Geschäften sind die Sammelboxen eines Rücknahmesystems (siehe nächste Seite) für den Kunden zugänglich aufgestellt. In einigen Geschäften kann man die Batterien auch an der Kasse abgeben.
Die (entsorgungspflichtigen) Kommunen und Abfallzweckverbände sind nur verpflichtet, die Batte­rien aus gleichzeitig abgegebenen Elektro(nik)-Altgeräten anzunehmen. In der Regel können aber auch separat anfallende Batterien abgegeben werden. Informationen zur kommunalen Entsorgung gibt die Abfallberatung (siehe www.abfallberatung.bayern.de).
Batterien sollten bei der Entsorgung entladen sein. Bei Lithiumbatterien sollten die Batteriepole vor der Abgabe mit Klebestreifen isoliert werden, um einen Kurzschluss und damit einer Brandgefahr vorzubeugen.
Fahrzeug-Altbatterien
Fahrzeugbatterien müssen von Vertreibern (Handel, abgebende Tank- und Verkaufsstellen, Werk­stätten, Versand- oder Internethandel) zurückgenommen werden. Bei der Abfallberatung (siehe www.abfallberatung.bayern.de) kann der Verbraucher in Erfahrung bringen, ob seine Kommune Fahrzeugbatterien annimmt. Hierzu verpflichtet ist sie nicht.
Beim Kauf einer neuen Fahrzeugbatterie ohne Rückgabe einer alten muss der Vertreiber (Ver­kaufsstelle, Autoreparaturwerkstätte, Versand- oder Internethandel) ein Pfand von 7,50 € erheben, das bei der späteren Rückgabe einer Fahrzeug-Altbatterie durch denselben Vertreiber wieder er­stattet wird. Die Rückerstattung des Pfands kann in Einzelfällen an die Rückgabe einer beim Kauf erhaltenen Pfandmarke gebunden sein.
Bei Internetkauf oder Katalogbestellung kann die Altbatterie in den wenigsten Fällen direkt am Ver­sandlager des Händlers zurückgegeben werden. Für die Rückgabe derartiger Altbatterien kommen daher vor allem andere Vertreiber von Fahrzeugbatterien in Frage sowie servicebereite Kommunen und Stellen für Altfahrzeuge, die für die Annahme und weitere Entsorgung von Fahrzeugbatterien zugelassen sind. Geht es auch um die Rückerstattung eines bezahlten Pfandes, kann der Käufer und Besitzer der Batterie verlangen, dass der Abnehmer die Rücknahme ohne gleichzeitige Pfand­erstattung schriftlich oder elektronisch bestätigt. Dieser Rücknahme-/ Rückgabenachweis wird dann umgehend dem Internet- oder Versandhändler zur Pfandrückerstattung vorgelegt (Beleg nicht älter als zwei Wochen, § 10 Abs. 1 BattG).
Industrie-Altbatterien
Bei Privathaushalten handelt es sich hier um Batterien aus Elektro- und Hybridfahrzeugen oder Elektrofahrrädern (Pedelecs).
Die in Elektro- oder Hybridfahrzeugen zum Vortrieb eingesetzten Industriebatterien werden in der Regel nicht von privat, sondern in Kfz-Werkstätten ausgebaut und ersetzt. Fahrradbatterien (Pede­lec) sollte der private Verbraucher einem Vertreiber (Fahrradhandel oder Werkstatt, am besten dort, wo die Neuware gekauft wurde) übergeben. Wichtig sind die Informationen, die man beim Kauf er­halten hat. Das System GRS Batterien, das solche Batterien für den teilnehmenden Fahrradhandel weiter entsorgt, informiert über die Rücknahmemodalitäten, eventuell Gefahren durch Elektrofahrrad-Batterien und Kennzeichnungspflichten (bei > 500 Gramm).
Rücknahmesysteme für Gerätebatterien
(1) Die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS Batterien) ist das nach
     § 6 BattG näher bestimmte Rücknahmesystem. GRS Batterien sammelt Gerätebatterien.
(2) REBAT ist das Gerätebatterie-Rücknahmesystem der CCR Deutschland AG, das als eines
     der herstellereigenen Rücknahmesysteme vom Bayerischen Umweltministerium (StMUV)
     zugelassen worden ist.
(3) Öcorecell der IFA-Ingenieurgesellschaft mbH wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und
     Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) als Gerätebatterie-Rücknahmesystem
     genehmigt.
(4) Die ERP Deutschland GmbH betreibt ein weiteres vom LANUV genehmigtes Rücknahme-
     system.

Entsorgung größerer bzw. gewerblicher Mengen

Geräte-Altbatterien aus Gewerbe und Industrie
Gerätebatterien werden nach BattG ausschließlich über Sammelstellen erfasst, die den zuvor erwähnten Rücknahmesystemen angeschlossen sind. Größere Gewerbe- und Industriebetriebe oder öffentliche Einrichtungen können sich als betriebseigene Sammelstelle bei einem Rücknah­mesystem anmelden. Betriebe, in denen kleinere Stückzahlen an Geräte-Altbatterien anfallen, entsorgen am besten über einen Vertreiber.
Die Rücknahmepflicht der Vertreiber ist auf eine übliche Menge an Batterien beschränkt, wie sie der Handel jeweils im Sortiment führt oder geführt hat (§ 9 BattG). An kommunalen Sammelstellen (siehe www.abfallberatung.bayern.de) dürfen in der Regel auch Handwerks- oder Dienstleistungs­betriebe ihre Batterien abgeben. Die Kommunen können die Annahme von Gerätebatterien ein­schränken (§ 13 Absatz 1 BattG). Bei defekten oder beschädigten Lithiumbatterien und -akkus sollte das Rücknahmesystem kontaktiert werden.
Fahrzeug-Altbatterien
Fahrzeugbatterien, die bei Endverbrauchern aus Gewerbe, wirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen anfallen, werden über die Vertreiber und kommunale Sammelstellen (Abgabe von Batterien aus Gewerbebetrieben bei Kommunen allenfalls in Einzelfällen möglich), aber auch unmittelbar über die Hersteller oder gewerblichen Altbatterie-Entsorger erfasst. Zum Pfand etc. siehe "Entsorgung haushaltsüblicher Mengen".
Industrie-Altbatterien
Industriebatterien aus Gewerbebetrieben, wirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrich­tungen werden im Allgemeinen über die Vertreiber oder gewerblichen Batterieentsorger, gegebenenfalls auch über die Hersteller erfasst. Bereits beim Kauf kann die spätere Entsorgung vertrag­lich geregelt werden. Der Abnehmer oder Entsorger ist über defekten oder beschädigten Lithium­batterien und -akkus eigens zu unterrichten.

Rechtliche Kurzinformation

Für Batterien gelten das Batteriegesetz (BattG) und die Durchführungsverordnung (BattGDV). Grundlage ist die EU-Richtlinie 2006/66/EG über Batterien und Akkumulatoren. Für Batterien aus Elektro- und Elektronik-Altgeräten gilt zusätzlich das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Grundlage ist die EU-Richtlinie 2012/19/EU. Endnutzer (Privathaushalte, Gewerbe, Industrie) sind verpflichtet, Batterien getrennt vom Hausmüll an die Erfassungsberechtigten abzugeben (§ 11 BattG).
Hinweispflichten für Vertreiber
Vertreiber (siehe § 2 Absatz 14 BattG) von Batterien (Handel, Versand- und Internethandel) haben ihre Kunden unter anderem über die kostenlose Rücknahme zu informieren (weitere Hinweispflich­ten siehe § 18 BattG).
Einstufung von Batterien (AVV), Registerpflicht nach Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und Nachweisverordnung (NachwV), Vollzugshilfe zum abfallrechtlichen Nachweisverfahren (Mitteilung 27) und Anforderungen an die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten (Mitteilung 31) Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), Gefahrgutrecht
Die Einstufung der Abfälle nach der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) erfolgt durch den Abfall­erzeuger. Ausführliche Hinweise an die Erfassung lithiumhaltiger Gerätealtbatterien und Geräte­altbatterien aus Elektro- und Elektronik-Altgeräten sind in der neuen Mitteilung 31 der Bund/Län­dergemeinschaft Abfall (LAGA) enthalten.
Im Regelfall sind Nachweise für gefährlichen Abfall zu führen. Bei Abgabe von Batterien an einen der Erfassungsberechtigten nach § 11 BattG entfallen Nachweispflichten (§ 1 Absatz 3 BattG). Für die Registerführung gelten § 49 KrWG und die §§ 24, 25 und 25a NachwV. Die Haushalte müssen keine Nachweis- und Registerpflichten erfüllen.
Batterien können Gefahrgut sein (BAM-Datenbank). Lithium-Batterien sind als gefährliche Güter (Klasse 9) eingestuft. Ausführliche Hinweise an die Beförderung lithiumhaltiger Gerätealtbatterien und Gerätealtbatterien aus EAG sind in der neuen Mitteilung 31 der Bund/Ländergemeinschaft Ab­fall (LAGA) enthalten (unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben aus dem Gefahrgutbeförde­rungsgesetz und der Gefahrgutverordnung).

In Frage kommende AVV-Schlüssel

16 06 01*     Bleibatterien
16 06 02*     Ni-Cd-Batterien
16 06 03*     Quecksilber enthaltende Batterien
16 06 04      Alkalibatterien (außer 16 06 03)
16 06 05      andere Batterien und Akkumulatoren
20 01 33*     Batterien und Akkumulatoren, die unter 16 06 01*, 16 06 02* oder 16 06 03* fallen, sowie gemischte Batterien und Akkumulatoren, die solche Batterien enthalten
20 01 34      Batterien und Akkumulatoren mit Ausnahme derjenigen, die unter 20 01 33* fallen
Es handelt sich um keine abschließende Auflistung. Abfälle mit * sind nach § 3 Absatz 1 AVV gefährliche Abfälle.
Nach Gefahrgutrecht sind Lithiumhaltige Batterien folgenden UN-Nummern19 zugeordnet:
UN 3090 (Lithium-Metall-Batterien), UN 3091 (Lithium-Metall-Batterien in Ausrüstungen oder Lithium-Metall-Batterien, mit Ausrüstungen verpackt), UN 3480 (Lithium-Ionen-Batterien) und UN 3481 (Lithium-Ionen-Batterien in Ausrüstungen oder Lithium-Ionen-Batterien, mit Ausrüstungen verpackt).

Vorschriften und Regeln

Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren (BatteriegesetzBattG) vom 25. Juni 2009 (BGBl. I S. 1582), das zuletzt durch Artikel 6 Absatz 10 des Gesetzes vom 13. April 2017 (BGBl. I S. 827) geändert wor­den ist
Verordnung zur Durchführung des Batteriegesetzes (BattGDV) vom 12. November 2009 (BGBl. I S. 3783)
Verordnung (EU) Nr. 1103/2010 vom 29. November 2010 zur Festlegung von Vorschriften für die Angabe der Kapazität auf sekundären (wiederaufladbaren) Gerätebatterien und -akkumulatoren sowie auf Fahrzeugbatterien und -akkumulatoren (ABl. EU L 313, S. 3)
Verordnung (EU) Nr. 493/2012 vom 11. Juni 2012 mit Durchführungsbestimmungen zur Berech­nung der Recyclingeffizienzen von Recyclingverfahren für Altbatterien und Altakkumulatoren (ABl. EU L 151 S. 9)
Richtlinie 2006/66/EG über Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumula­toren vom 6. September 2006 (ABl. L 266 vom 26.09.2006, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung (Änderungen und konsolidierte Fassungen)
Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz ElektroG) vom 20. Okto­ber 2015 (BGBl. I S. 1739), das zuletzt durch Artikel 6 Absatz 11 des Gesetzes vom 13. April 2017 (BGBl. I S. 827) geändert worden ist
Verordnung über die Überlassung, Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Altfahr­zeugen (Altfahrzeug-VerordnungAltfahrzeugV) vom 21. Juni 2002 (BGBl. I S. 2214), die durch Artikel 3 der Verordnung vom 2. Dezember 2016 (BGBl. I S. 2770) geändert worden ist
Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge vom 18. September 2000 (Abl. L 269 vom 21.10.2000, S. 34) in der jeweils geltenden (konsolidierten) Fassung
Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-VerordnungAVV) vom 10. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3379), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 22. De­zember 2016 (BGBl. I S. 3103) geändert worden ist
Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (NachweisverordnungNachwV) vom 20. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2298), die durch Artikel 7 der Ver­ordnung vom 2. Dezember 2016 (BGBl. I S. 2770) geändert worden ist
Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt in der Fassung der Bekanntma­chung (GGVSEB) vom 30. März 2017 (BGBl. Nr. 18 vom 07.04.2017 S. 711, ber. S. 993)
Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter (Gefahrgutbeförderungsgesetz - GGBefG) vom 6. August 1975 (BGBl. I S. 2121), das zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom 26. Juli 2016 (BGBl. I S. 1843) geändert worden ist
Die hier oder im Text aufgeführten Rechtsvorschriften finden sich mit ergänzenden Kurzbeschrei-bungen im Infozentrum UmweltWirtschaft unter Recht/Vollzug oder gegebenenfalls auch im Abfallratgeber Bayern (z. B. zum KrWG).

Weiterführende Literatur, Veröffentlichungen, Informationen

UBA Umweltbundesamt (2017): Altbatterien. − Online-Information, Dessau.
LAGA Bund/Ländergemeinschaft Abfall (2017): Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes - Anforderungen an die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten. Mitteilung 31: 122 Seiten, München.
ear stiftung elektroaltgeräte register (2017): Anwendungshilfe zur Einordnung nach BattG bzw. ElektroG. Online-Information, Fürth.
BMUB Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2016): Statistik Altbatterien. Online-Information, Berlin.
BMVI Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (2016): Gefahrgut. − Online-Information, Berlin.
BMUB Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2015): Batteriegesetz. − Online-Information, Berlin.
UBA Ratgeber (2012): Batterien und Akkus. − Ratgeber: 52 S., Dessau.
GRS Batterien: Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (2012): Die Welt der Batterien. − Broschüre: 40 S., Hamburg.

infoBlatt "Batterien und Akkumulatoren"

Die Publikationsreihe "infoBlatt" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gibt wertvolle Tipps rund um die Behandlung einzelner Abfallarten.

Die vorliegende Internetseite stellt einen Auszug aus dem infoBlatt "Batterien und Akkumulatoren" dar, das Sie hier als kostenloses PDF-Dokument heruntergeladen können. Die PDF-Fassung enthält auch sämtliche Quellenangaben.

infoBlatt "Batterien und Akkumulatoren" - PDF

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