ABFALLRATGEBER BAYERN

Vermüllung der Landschaft (Littering)

Müll in der Landschaft

Littering bezeichnet das Wegwerfen oder Liegenlassen kleiner Mengen an Abfall ohne dabei die vorgesehenen Sammelmöglichkeiten zu nutzen. Schwerpunkte des Litterings finden sich oftmals entlang von Straßen, auf Park-, Rast- und Grillplätzen, auf Großveranstaltungen, an Wertstoffinseln, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an sozialen Brennpunkten, an Böschungen und an Gewässern. Kurz gesagt: Überall dort, wo viele Menschen vorbei- oder zusammenkommen. Die Bandbreite der achtlos weggeworfenen Abfälle reicht von Zigarettenkippen über Take-Away-Artikel und (gefüllte) Hundekotbeutel am Wegesrand oder der liegengelassenen Zeitung in den öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu Glas-, Plastik- und Papierabfällen in Grünanlagen.
Als Ursachen von Littering wurden in verschiedenen Studien unterschiedlichste Aspekte identifiziert, z. B. mangelnde Umwelterziehung, Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, fehlendes Verantwortungsbewusstsein, Nachahmung, aber auch fehlende oder nicht ausreichend sichtbare Abfallbehälter, mangelnde Kontrollen und fehlende oder zu geringe Strafen bei Verstößen.

Folgen von Littering

Müll in der Landschaft ist kein Bagatellfall, sondern ein Ärgernis, welches sich gravierend auswirken kann. Folgen können ökologischer und ökonomischer Natur sein.

Ökologische Folgen

Tiere verfangen oder verletzen sich in/an den Abfällen oder verwechseln insbesondere Kunststoffabfälle mit Nahrung. Im Falle von herumliegenden Bioabfällen besteht auch die Gefahr, dass Schädlinge (z. B. Ratten, Wespen, Fliegen) vermehrt in Siedlungsnähe gelockt werden, was von uns Menschen oft als Ungezieferplage wahrgenommen wird.
Gelitterte Kunststoffabfälle führen auch zu den vielzitierten Mikroplastikeinträgen in die Umwelt.
Eine andere Problematik, die insbesondere mit dem Littering von Zigaretten oder auch Bauschutt u. ä. Abfällen zum Tragen kommt, ist die unkontrollierte Verbreitung von schädlichen Inhaltsstoffen in der Umwelt.
Eine weitere Folge ist, dass die gelitterten Abfälle dem Materialkreislauf entzogen sind. Sie stehen einem Recycling nicht zur Verfügung, für Neuware müssen wieder Primärressourcen in Anspruch genommen werden.

Ökonomische Folgen

Das Entsorgen des gelitterten Abfalls kostet den Gemeinden eine Menge Geld. Die Entsorgungskosten werden in der Regel über die Abfallgebühren umgelegt. Somit zahlen die Gebührenzahler für das Fehlverhalten der litternden Mitbürger.
Nicht zu unterschätzen sind auch die ökonomischen Folgen für die Landwirte. Abfallreste in der Ernte führen zu einer geringeren Qualität der landwirtschaftlichen Produkte. Gelangen die Abfälle ins Tierfutter (z. B. nicht entsorgte Hundekotbeutel), kann dies dazu führen, dass die Nutztiere verenden.
Littering kann sich auch negativ auf den Tourismus auswirken. Gelitterte Abfälle verunstalten das Landschaftsbild. Eine unschöne Landschaft wirkt nicht attraktiv. Niedrigere Einnahmen aus dem Tourismus können eine weitere Folge sein.

Anti-Littering-Optionen

"Vermeidung" ist jede Maßnahme, die ergriffen wird, bevor etwas zu Abfall, hier zu Müll in der Landschaft, geworden ist. Dazu zählt ein Konsumverhalten, das auf abfallarme Produkte sowie auf Mehrwegverpackungen gerichtet ist, wie z. B. die "Wiederverwendung" von Behältnissen.
Aber auch entsprechende Umweltbildungsmaßnahmen (Aufklärungskampagnen der Abfallwirtschaftsbetriebe oder der Kommunen, entsprechende Unterrichtseinheiten im Lehrplan der Schulen), ein ausreichendes und leicht verfügbares Angebot an Entsorgungsmöglichkeiten (Anzahl und/oder Größe der Behälter, Anzahl der Sammelstellen, Häufigkeit der Abfuhren, nutzerfreundliche Öffnungszeiten von Wertstoffhöfen), ein Meldesystem für illegale Ablagerungen und ein entsprechend strikter Bußgeldkatalog mit konsequenter Verfolgung der entdeckten bzw. gemeldeten Delikte können als Einzelmaßnahme oder in Kombination dazu führen, das Littering zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

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