ABFALLRATGEBER BAYERN

Lithiumbatterien / Lithiumakkumulatoren

Lithium-Ionen-Akkumulatoren

Batterien, kleine chemische Kraftwerke, erlauben uns im Alltag, viele Dinge ohne Stromkabel und Anschluss an eine Steckdose zu erledigen. Es gibt die Einweg-Variante, die sogenannten Primärbatterien, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden müssen und die Sekundärbatterien oder Akkumulatoren, die wieder aufgeladen werden können.

Batteriearten

  • Gerätebatterien
    Diese Batterien können in der Hand gehalten werden. Sie werden üblicherweise in Elektro- und Elektronik-Geräten wie Mobiltelefonen, tragbaren Computern, schnurlosen Elektrowerkzeugen, Spielzeugen und Haushaltsgeräten eingesetzt. Gerätebatterien gibt es in unterschiedlichen chemischen Systemen, Formen und Größen. Sie werden als zylindrische Batteriezellen z. B. mit den Bezeichnungen „AA“ (Mignon), „AAA“ (Micro) oder „D“ (Mono), als Knopfzellen oder als „9-Volt-Block“-Batterien in Flachbauweise verwendet.
  • Industriebatterien
    Batterien, die ausschließlich für industrielle, gewerbliche oder landwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, gehören zu den Industriebatterien. Die in Elektro- oder Hybridfahrzeugen eingesetzten Akkumulatoren basieren auf Lithium-haltigen Systemen und werden trotz der Verwendung in Fahrzeugen zu den Industriebatterien gerechnet. Auch die Akkus aus Elektrofahrädern gehören zu den Industriebatterien.

Bei der dritten Batterieart, den Fahrzeugbatterien handelt es sich häufig um die klassische Blei-Batterie, die für Anlasser, Beleuchtung und Zündung gebraucht werden.

Einsatzgebiete

Herkömmliche Geräte-Batterien (z. B. Alkali-Mangan, Zink-Kohle) werden i.d.R. in Taschenlampen, Radios, Küchenwaagen, Fernbedienungen usw. verwendet. Für diese Anwendungen reicht die Energiedichte dieser Batterien aus. Für Anwendungen, die viel Leistung benötigen, sieht das anders aus. Beispiele hierfür sind Smartphones, Laptops, Werkzeuge wie Bohrer, Schrauber oder die Akkus von Elektro-Fahrrädern/E-Bikes/Pedelecs und E-Scootern. Dafür werden zumeist Lithiumbatterien eingesetzt, die auch als Hochenergiebatterien bezeichnet werden. Hochenergiebatterien erkennt man hauptsächlich daran, dass sie auf einem Lithium- oder einem Nickelmetallhydrid-System basieren. Sie sind in der Regel mit „Li“ oder „NiMH“ gekennzeichnet. 2018 waren ca. 23 % aller in Verkehr gebrachter Gerätebatterien „Lithium“-Batterien, davon ca. 90 % Akkus. Während in Lithium-Primärbatterien das Lithium in metallischer Form enthalten ist, handelt es sich bei Sekundärbatterien um Lithium-Ionen-Akkus.

Handhabung

Bei einem ordnungsgemäßen Umgang und sachgerechter Handhabung sind Lithium-haltige Batterien und Akkus sicher. Die hohe Energiedichte birgt allerdings auch ein hohes Gefahrenpotential, besonders dann, wenn die Batterie beschädigt ist. Man erkennt eine beschädigte Batterie beispielsweise daran, dass

  • das Gehäuse verformt ist oder Risse, Beulen oder Dellen aufweist,
  • sie sich warm anfühlt, obwohl sie nicht in Gebrauch ist oder gerade aufgeladen wird,
  • sie „ausgelaufen“ ist, d.h. die Batterie hat beispielsweise eine sichtbare kalkähnliche Kruste an der Metalloberfläche,
  • sie nicht funktioniert, obwohl sie neu ist (à Herstelldatum auf der Batterie).

In diesen Fällen sollte die Batterie in jedem Fall schnellstmöglich einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt werden.

Bei falscher Handhabung kann eine beschädigte Lithium-Batterie für den Nutzer gefährlich werden und auch in der gesamten Sammel- und Entsorgungsphase die Ursache für einen Brand im Haushalt, am Wertstoffhof, in Müllfahrzeugen sowie in Recyclinganlagen sein. Defekte, beschädigte, verformte oder aufgeblähte Batterien und Akkus dürfen deshalb nicht mehr verwendet werden!

Es gibt einfache Möglichkeiten, das Brand- und Explosionsrisiko erheblich zu verringern.

Entsorgung alter Lithiumbatterien / -akkus

Nutzer sollten dazu vor und während der Entsorgung von Lithium-Batterien und Produkten, die Lithium-Batterien enthalten auf Folgendes achten:

  • Batterien und Akkus nur im Handel oder bei den kommunalen Sammelstellen (Wertstoffhöfen) abgeben. Auf keinen Fall in den Hausmüll geben!
  • Batterien sollten, soweit möglich, entladen sein.
  • Die Pole der Li-Batterien sollten vor/bei der Abgabe abgeklebt werden.
  • Beschädigte Batterien einzeln verpacken und zeitnah entsorgen.
  • Lithium-Akkus aus Elektrofahrrädern/Pedelecs/E-Bikes (ohne Typgenehmigung) und E-Scootern muss der Fahrradhandel kostenlos abnehmen.
  • Bei der Abgabe von Elektrogeräten entfernen Sie bitte generell enthaltene Batterien und Akkus. Achtung: Powerbanks mit weiteren Zusatzfunktionen z. B. Weckfunktion, LED-Kleidung und Möbel mit integrierten elektrischen Funktionen zählen auch zum Elektroschrott und können an den Sammelstellen ebenfalls kostenlos abgegeben werden. Die Sammelstelle, die Altgeräte annimmt, nimmt auch Batterien an.

Weitere Hinweise erhalten Sie bei Ihrer Abfallberatung.

Weiterführende Informationen

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